Weiterbildung
Veröffentlicht vor 1 Jahr, 7 Monate

Der dritte Bildungsweg

Der dritte Bildungsweg – Studieren ohne Abitur

Wer die Mittlere Reife erworben und die erste Berufsausbildung begonnen hat, ist zunächst auf das praktische Berufsleben ausgerichtet. Es ist eine Zeit, in der man wichtige Erfahrungen sammelt und sich qualifiziert. Die Berufsausbildung vermittelt praktische Fähigkeiten, die für die Berufsausübung unabdingbar sind. Zu einem späteren Zeitpunkt stellt sich dann vielleicht die Frage, ob man sich von seinem Beruf mehr erhofft oder gewisse Karrierewege gehen möchte, die einem Nicht-Studierten verwehrt bleiben. Formal ist eine Lösung dazu kein Problem, denn generell ist der Zugang zur Hochschule auch auf dem so genannten „dritten Bildungsweg“ möglich. Erforderlich sind grundsätzlich der Abschluss einer staatlich anerkannten Berufsausbildung und zwei bis fünf Jahre Berufserfahrung.

Die Zugänge zur Hochschule werden gelockert

Vor allem der in Zukunft drohende Fachkräftemangel spricht für einen solchen Bildungsweg. In Deutschland gibt es bereits ein Umdenken und die Bundesregierung möchte nun durch das seit Ende 2008 laufende Programm „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ zusätzliche Anreize schaffen, um mehr Berufstätige für ein Studium zu begeistern.

Übliche Zugangspraxis: Eignungsprüfung, Auswahlgespräch, Probestudium

Derzeit entscheidet jede Universität selbst über den jeweiligen Zugang zum Studium von Praktikern. Beruflich Qualifizierte, die kein Maturzeugnis vorweisen können, belegen ihre Studiereignung über Zugangs- bzw. Eignungsprüfungen – sie sind in der Mehrzahl der Fälle üblich. Ebenso möglich sind universitäre Auswahlgespräche mit Professoren oder auch ein Probestudium. Das Studienfach muss jedoch der beruflichen Fachrichtung entsprechen. Weiterbildung auf diesem Weg ist also möglich, eines steht aber auch fest: Wer den dritten Bildungsweg gehen möchte, hat – wenn er nicht berufsbegleitend studiert – meist eine tief greifende Veränderung des eigenen Alltags und der zeitlichen Flexibilität vor sich. Noch gibt es im Allgemeinen nicht allzu viele Studiengänge, die Praktikern entgegen kommen und etwa am Wochenende stattfinden. In jedem Fall gilt: Je mehr Leidenschaft und je grösser die eigene Überzeugung ist, desto leichter fällt es.