Human Resource
Veröffentlicht vor 2 Monate, 2 Wochen

Fachkräfte binden, statt mühsam finden

Die Suche nach gutem Personal ist aufwändig und teuer. In Zeiten, in denen qualifizierte Fachkräfte immer mehr zur Mangelware werden, sollten Betriebe stärker auf die vorhandenen Mitarbeiter setzen.

Arbeitsintensive Branchen werden es im Zuge der demografischen Entwicklung immer schwieriger haben, gutes Fachpersonal zu finden. Die Devise muss daher lauten: Qualifizierte Kräfte an den Betrieb binden. Damit das gelingt, sollte jedes Unternehmen bemüht sein, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen.

Wo ist der Hebel anzusetzen? Entscheidend, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, sind Aspekte wie Arbeitsplatzqualität, Karrierechancen, Eigenverantwortung und Bezahlung. Frauen schätzen es, wenn sie noch dazu Familie und Beruf in Einklang bringen können, wenn es entsprechende Arbeitszeitmodelle gibt. Insbesondere auch Aus- und Weiterbildungs-Angebote eignen sich, um für (neue) Mitarbeiter als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

Betriebe, die ihre Mitarbeiter zielgerichtet fördern, tun sich leichter, freie Stellen intern zu besetzen. Die interne Stellenbesetzung hat den Vorteil, dass das Fehlbesetzungsrisiko geringer ist als bei Kandidaten von außen und dass sie günstiger ist als eine externe Besetzung. Außerdem können Stellenvakanzen durch nicht geplante Personalfluktuationen schneller ausgefüllt werden. Nicht zu vergessen: Es motiviert die Mitarbeiter ungemein, wenn sie erkennen, dass Bewerbern aus den eigenen Reihen ein Vorrang eingeräumt wird.

Die Potenzialförderung sollte sich an dem zukünftig zu deckenden Personalbedarf orientieren. Sonst wird aus der beabsichtigten Bindung der Mitarbeiter eine ungewollte Fluktuation. Diejenigen Mitarbeiter, die Potenzialförder- und Entwicklungsprogramme durchlaufen, müssen anschließend eine echte Chance haben, eine für sie angemessene Fach- und Führungskarriere vollziehen zu können.

Zunächst sollte daher ermittelt werden, welche Stellen kurzfristig (innerhalb eines Jahres) und mittelfristig (2 bis 5 Jahre) neu zu besetzen sind. Die Personalverantwortlichen können dann mit diagnostischen Instrumenten die Mitarbeiter herausfinden, die zum Kreis der potenziellen Nachfolger gehören und wer wie zu fördern ist, um den Anforderungsprofilen gerecht zu werden.

Führungskompetenzen ausbauen

Studien, etwa des Personalberatungsunternehmens Rundstedt HR Partners, verdeutlichen, dass auch das Verhalten der Führungskräfte gegenüber ihren Mitarbeitern einen enormen Einfluss auf deren Bindungsbereitschaft hat. So erwarten die Mitarbeiter beispielsweise einen fairen, respektvollen Umgang, Unterstützung in schwierigen Zeiten, Anerkennung ihrer täglichen Arbeit, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie Teamgeist.

Das Bewusstsein, dass Führung mehr bedeutet, als Ziele vorzugeben und deren Erreichen zu kontrollieren, ist insbesondere den Führungskräften im Produktionsbereich, also den Meistern, Gruppen- und Schichtführern, deutlich zu machen und zu vermitteln. Denn während die Meister wenigstens im Rahmen ihrer Ausbildung eine Grundqualifizierung in Sachen Führung erhielten - die aber vertieft werden sollte -, fehlt bei Schichtführern und Gruppenleitern, die sich oftmals von unten hochgearbeitet haben, in der Regel selbst dieses Minimalwissen. Von ihren Fähigkeiten, die Mitarbeiter zu motivieren und zielgerecht zu führen, hängt jedoch maßgeblich nicht nur die Produktivität und Produktqualität ab, sondern auch, wie ausgeprägt Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit der Mitarbeiter sind.

Es lohnt sich daher, hier anzusetzen und die Führungskräfte in der Produktion mit den wichtigsten Grundregeln erfolgreicher Führung vertraut zu machen. Dabei kommt es weniger auf Theorien an, sondern darauf, Meistern und Schichtführern praxisnah die Schlüsselfähigkeiten für die Führungspraxis zu vermitteln.

Dazu gehört die Fähigkeit, mithilfe von Zielen zu führen und Aufgaben angemessen zu delegieren. Doch ebenso geht es um weiche Führungsfaktoren wie Einfühlungsvermögen, Anerkennung und Lob. Entscheidend dafür sind Gesprächsführungskompetenzen. Denn es gilt, während des Dialogs mit Mitarbeitern, insbesondere in Anerkennungs- und Kritikgesprächen, den richtigen Ton zu treffen und die Gesprächsführung in eigenen Händen zu halten.

Mitarbeiterbefragungen belegen: Arbeitnehmer wünschen sich Vorgesetzte, die glaubwürdig, integer und ehrlich sind. Denn nur Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Integrität erzeugt das Vertrauen, das erforderlich ist, damit der Geführte dem Führenden ohne Wenn und Aber folgt. Letztlich bewirkt dieses Vertrauen, dass sich Mitarbeiter in einem Unternehmen gut aufgehoben fühlen. Und darum geht es.

Kontaktinfo

Michael Wittmann

Name Michael Wittmann
Position Führungstrainer und Geschäftsführer der Steinbeis Beratung GmbH, Rosenheim.
Firma Steinbeis Beratung GmbH
Adresse Kirchenweg 41
D-83026 Rosenheim
Telefon Tel. +49 (0)803 123 292 00
Online info@steinbeis-beratung.de
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