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Veröffentlicht vor 3 Monate, 1 Woche

Was passiert in meinem Körper bei Stress?

Eine vielbeachtete Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) bezifferte die finanziellen Kosten der negativen Folgen von arbeitsbedingtem Stress auf ca.  7,8 Milliarden Franken oder etwa 2,3 % des BIP.

Entspannung wird zur Notwendigkeit!

44% der Erwerbsbevölkerung sind an der Arbeit starken Belastungen ausgesetzt, die zu gesundheitlichen Störungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder psychischen Problemen führen können. 38% der Frauen und 21% der Männer, die unter sehr grosser nervlicher Anspannung wegen ihrer beruflichen Tätigkeit leiden, sind von starken körperlichen Beschwerden geplagt. Als eine wichtige Massnahme gilt es Entspannungsmomente im Alltag zu integrieren.

Belastungen und Stress – der Mechanismus

Stress (engl.) = vom Mediziner und Biochemiker Hans Selye im Jahre 1936 geprägter Begriff für ein generelles Reaktionsmuster, das Mensch und Tier bei erhöhter Beanspruchung zeigen. Die Belastungen (Stressoren) können physischen, chemischen, medizinischen oder psychischen Ursprungs sein. Die Reaktionen des Körpers führen zu einer Überfunktion der Nebennieren (erhöhter Tonus des sympathischen Nervensystems, Ausschüttung von Adrenalin) und zur Schrumpfung des Thymus und der Lymphknoten.

Stress wird hauptsächlich durch Hormone gesteuert. Die bekanntesten Stresshormone sind:

  • Adrenalin (erhöht Herzfrequenz und Durchblutung, erweitert die Luftröhre)
  • Noradrenalin (lässt den Blutdruck steigen)
  • Cortisol (sorgt für einen Anstieg des Blutzuckers und damit zur Bereitstellung von Energie)

In der Umgangssprache wird der Begriff „Stress“ fälschlicherweise für eine übermässig empfundene Belastung, also für die Stressoren und nicht für die daraus resultierenden Reaktionen des Körpers, den Stress, gebraucht.

Langandauernder Stress kann gesundheitliche Schäden vielfältiger Art verursachen. Häufig kommt es zu Magengeschwüren, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Das HauptproEntspannung wird zur Notwendigkeit!

Im modernen Businessalltag macht der Stressmechanismus der Urzeit nur mässig Sinn, da wir weder „flüchten“ noch „angreifen“ können oder wollen. Somit sind die ausgelösten Stresshormone für mehrere Stunden im Körper wirksam, ohne dass sie wirklich adäquat abgebaut werden. Als Einmal-Aktion stellt dies kein Problem für einen gesunden Körper dar.

Vom Stressmoment zum Dauerstress

Bei den heutigen Stresssituationen ballen einige Menschen am Arbeitsplatz oder im Auto die Hände zur Faust, beissen die Zähne zusammen oder schreien innerlich laut auf.

Ist die Stress auslösende Situation nur von kurzer Dauer, verarbeitet der Organismus die Auswirkungen der Mobilmachung problemlos. Folgen jedoch immer weitere Stressreize bevor der Organismus sich erholt hat, ist der Körper in ständiger Alarmbereitschaft oder im Dauerstress. Stresssituationen können sich aus den verschiedensten Lebensbereichen kumulieren und so den Prozess des Dauerstresses generieren. Kommen zu den Stressoren aus dem beruflichen Umfeld ergänzend solche aus den Bereichen Familie, Freizeit, Gesundheit etc. dazu, bringt nicht selten ein banales Ereignis das „berühmte“ Fass zum Überlaufen. Dauerstress kann zu Ermüdungs- und Erschöpfungserscheinungen führen, eventuell sogar zum körperlichen oder seelischen Kollaps.

Der individuelle Stresstypus

Wenn Anforderungen und Belastungen unsere Fähigkeiten übersteigen, reagiert der Körper mit dem vegetativen Nervensystem. Dieses sorgt automatisch dafür, dass sich der Organismus an die sich verändernden Aussenbedingungen anpasst und mobilisiert bei Stress die nötigen Kräfte gegen Unliebsames, Unerwünschtes, Ängste, Sorgen und Bedrohliches. Das vegetative Nervensystem setzt gewissermassen die Gefühle in körperliche Reaktionen um. So sind bei einer langanhaltenden Fehlstellung der Psyche alle Organe, die dem vegetativen Nervensystem unterworfen sind, dauerbelastet. In der Folge können psychosomatische Beschwerden auftreten wie Magengeschwüre, Bluthochdruck etc.

Stresstypus A oder B?

Das vegetative Nervensystem setzt sich aus dem sogenannten Sympathikus und Vagus oder Parasympathikus zusammen. Aus dem Überwiegen des Sympathikus resultiert der A-Typ. Dominiert bei vegetativen Reaktionen der Vagus, so spricht man vom B-Typ. In Reinform kommen beide selten vor, sondern nur als vorherrschende Tendenz.

Kreuzen Sie die entsprechenden Ziffern an und verbinden Sie diese dann von oben nach unten.

Ergebnis/ Interpretation:

Mehr Minuspunkte = eher B-Typ, mehr Pluspunkte = eher A-Typ

A-Typ - Leicht erregbar, temperamentvoll, agil, ungeduldig, ehrgeizig, dynamisch, aggressiv, legt Wert auf Pünktlichkeit, versucht ständig, seine Zeit zu nutzen und hinkt doch hinterher.

Neigung zu Explosivreaktionen, erhöhtem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

B-Typ - Gemütlich, scheinbar ausgeglichen, in sich gekehrt, vermeidend, kaum Engagement und Begeisterung, frisst Ärger und Sorgen in sich hinein.

Neigung zu Schockreaktionen, niedrigem Blutdruck, Magen- und Darmbeschwerden.

Wenn Sie wissen, welcher Reaktionstyp Sie sind, können Sie durch bewusstes Selbstmanagement die schädlichen Verhaltenselemente ausmerzen. Spitzenleistungen werden erzielt, ohne dass unter Stress frustrierende und gesundheitsschädigende Begleiterscheinungen auftreten.

Guter Stress – schlechter Stress

Man unterscheidet zwei Arten von Stress: „Eustress“ (angenehm, positiv wirkend) und „Distress“ (unangenehm, negativ wirkend).

Positiver Stress wird Eustress genannt, abgeleitet von giechisch „eu“ = „gut“. Obschon auch Eustress-Momente Energien kosten, sind sie lebensnotwendig und geben uns das Gefühl von Vitalität, Wohlbefinden und innerer Zufriedenheit. Beim Eustress fühlen wir uns stimuliert, produktiv, energetisch, optimistisch, unter Kontrolle, weil wir mit der Herausforderung fertig werden. Der Körper kehrt innert Kürze zu seinem ausgeglichenen Zustand zurück, ohne dass Körper und Seele überanstrengt werden. Es geht im Alltag nicht nur darum, negativen Stress (Distress) zu dosieren, sondern uns ganz bewusst Eustress-Momente zu verschaffen. Unterschiedliche Wege führen zu diesem Ziel:

  • Eustress-Tätigkeiten ausführen
  • Eustress im Familienleben suchen
  • Eustress durch Erfolgserlebnisse ableiten
  • Eustress durch Zärtlichkeit und Erotik erleben.

Zwei wesentliche Massnahmen sind also empfehlenswert:

  1. Entspannungs-Oasen im Alltag einbauen (siehe Artikel letzte Ausgabe)
  2. Eustress-Aktivitäten bewusst planen und ausüben
Kontaktinfo

Ole Petersen

Name Ole Petersen
Position Dipl.-Betriebswirt
Geschäftsführer
Frima fit im job AG
Adresse

Römer-Strasse 176
CH-8404 Winterthur

Telefon +41 (0)52 245 05 55
Online ole.petersen@fitimjob.ch
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